Italien aktuell
Kunst, Kultur und Aktuelles

Corona: die Ruhe vor dem  Sturm? 

von Daniele Delle Donne

Auf dem Apennin  geht wieder das Schreckgespenst eines neuerlichen Lockdowns um, der der italienischen Wirtschaft schon im Frühjahr enorme Einbußen brachte.  Ein neuer radikaler Lockdown wäre daher  noch verheerender. Ministerpräsident Giuseppe Conte agiert  derzeit mit großer Umsicht und erteilt diesen  Szenarien  eine dezidierte Absage.  Die Infektionszahlen schnellen unterdessen überall im Lande  rapide in die Höhe.  

Schon jetzt platzen aber die Intensivstationen in den Krankenhäusern aus allen Nähten.  Um die rasanten Infektionszahlen einzudämmen, verfügte  die Nationalregierung  nun für einen Monat lang die Schließung von Bars, Restaurants schon um 18 Uhr. Theater und Kinos bleiben ganz geschlossen.  Schulen und Universitäten gehen indes  wieder vermehrt zum Homeschooling über.   Der Unmut über die drastischen Maßnahmen  insbesondere bei der jungen Bevölkerung  wächst. In Neapel lieferten sich erboste Jugendliche deswegen Straßenschlachten mit der Polizei.  

Virologen sind sich unterdessen  uneins über die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden müssen. Sie betonen, dass die Ansteckung vornehmlich in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in den Schulen und in den Familien erfolge.  Man müsse daher mit gezielten Maßnahmen gerade hier  vorgehen.  

Auch der  renommierte Virologe Giorgio Palú, emeritierte Koryphäe aus Padua, erteilte einem neuen Lockdown eine radikale Absage. “Denn 95% der Infizierten”, sagte er dem Corriere della Sera, “zeigten überhaupt keine Symptome.” Zudem wäre  ein neuer  Lockdown selbstmörderisch für die hiesige  Wirtschaft. Sein zynischer Umkehrschluss hieße, dass man zum wirtschaftlichen Überleben des Landes hinnehmen müsse, dass rund 5% der Infizierten an Corona  sterben könnten.    Überall im Lande mutet  derweil die Lage wie eine  gespenstische Ruhe vor dem Sturm an. 


Die Einsamkeit von Papst Franziskus  

von Daniele Delle Donne

 

Die Worte von Papst Franziskus zum  jüngsten Skandal um veruntreute Gelder des Vatikans  waren unmissverständlich. „Der Kern der Korruption ist der Götzendienst und,  dass man die Seele an den Gott des Geldes verkauft hat. Ein Bischof, der nach unehrlichen Verdiensten giert, ist eine Katastrophe für die Kirche.  Denn der Teufel kehrt durch die Taschen ein!“, sagte er. Diese Worte  waren  eine unmissverständliche Anspielung auf Kardinal Angelo Becciu, der für die Veruntreuung von Vatikan-Geldern  verantwortlich sein soll. Der Schaden soll rund   100 Millionen  Euro  betragen haben. Neben dem Vorwurf, Gelder veruntreut zu haben,  soll  Kardinal Becciu   Familienmitglieder mit Hunderttausenden von Euro begünstigt haben.  

Das  römische Nachrichtenmagazin L’Espresso  berichtete exklusiv über den jüngsten Skandal im Vatikan. „Verjagt alle Händler aus dem Tempel!“ titelte das Magazin.  Papst Franziskus entließ den Präfekten für die Heiligsprechung umgehend aus allen Ämtern. 

Die  Ermittlungen kamen durch die Aussagen von zwei ehemaligen Mitarbeitern  des  Kardinals  in Gange.  Insgesamt stehen 8 hochrangige Würdenträger und Finanziers im Verdacht, durch eine Reihe  verwirrender  Transaktionen in Steuerparadiese die Vatikan-Gelder veruntreut zu  haben. 

Es gab aber auch dubiose  Immobilienkäufe in der englischen Hauptstadt.   Man spricht von einem Gesamtvolumen von rund 450 Millionen Euro.  Alle Käufe sollen direkt oder indirekt   über die römische Zentrale der  Vatikanbank abgewickelt worden sein.  

Nach dem Skandal über die Missbrauchsfälle durch  katholische Würdenträger muss Papst Franziskus sich nun dieser neuen Prüfung stellen. Er  sieht  derweil nur einen Ausweg aus dieser Krise. „Wir haben nur die Wahl der Wahrheit“, bekannte er unmissverständlich. 

Hier der Film zu diesem Skandal:  

 https://www.youtube.com/watch?v=TzSdSDnREFk



Ein kleiner Schritt mit großen Folgen?

von Daniele Delle Donne

Es tut sich in bella Italia also  doch noch etwas, was politische Veränderungen angeht. Eigentlich wird in Italien seit Jahrzehnten von dringend notwendigen  Reformen gesprochen, die  umgesetzt werden müssten, damit das Land weiterhin wettbewerbsfähig sein  und wirtschaftlich wachsen kann. Der behäbige Staatsapparat und  der monströse Bürokratieapparat sind auf dem Apennin  ja beinahe sprichwörtlich und ein wahres  Gräuel für jeden ausländischen Investor.  

Auch die EU-Kommission und Weltbank haben die dringend notwendigen Reformen deshalb  immer wieder angemahnt.  Doch was in der politischen Praxis  folgte, waren meistens  nur leere Versprechen.  Der letzte Politiker, der an diesem Reformanspruch scheiterte, war Matteo Renzi.  Jetzt ist jedoch hauptsächlich auf Bestreben der 5-Sterne-Bewegung  Leben in den Prozess des Wandels gekommen.  Ein Steckenpferd in ihrem Parteiprogramm war die Reduzierung der Volksvertreter in der  Abgeordnetenkammer und  im Senat.  

In einem Referendum hat sich  das Land nun mit einer satten Mehrheit  von über zwei Drittel dafür ausgesprochen, die Zahl der Abgeordneten auf 400 und die der Senatoren auf 200  zu reduzieren. Ein Signal, das Hoffnung für weitere Reformen macht.  Der sizilianische Schriftsteller Tomasi di Lampedusa  legte  in seinem berühmten Roman „Der Leopard“ der Figur Tancredi den bezeichnenden Satz in den Mund, der zwar  wie ein Widerspruch klingt, aber eigentlich zum Leitmotiv der sizilianischen, aber auch italienischen politischen  Seele geworden ist: „Wenn wir wollen, das alles so bleibt, wie es ist, muss alles sich ändern“.  Sollte jetzt ein Reformprozess doch noch in Gang kommen? 


In Dolce-Italia-TV


Das unverhoffte Comeback von Plácido Domingo

Startenor Plácido Domingo wurde  im Herbst 2019 wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung in der Opernwelt  an den Pranger gestellt.  Seine glänzende Karriere schien, ein unrühmliches Ende zu nehmen.  Dann erkrankte der 79jährige  im Februar 2020 zudem an Corona und kämpfte  mit dem Tod. Mit unglaublicher Kraft feierteC jedoch  der Spanier  am 22. August 2020 vor dem Prachtschloss im  süditalienischen Caserta ein überraschendes Comeback, bei dem er seine bekannte Stimmgewalt unter Beweis stellte. Das ist hier ein filmischer  Exklusivbericht über die innere Kraft eines Jahrhunderttenors, der in Italien  wie Phönix aus der Asche wieder  auferstanden ist.  








Pompeji: Auch die weltberühmte Ausgrabungsstätte kämpft derzeit mit den dramatischen Folgen der Corona-Pandemie.  Der Direktor der Ausgrabungsstätte am Vesuv, Prof. Massimo Osanna, gewährte uns ein Exklusiv-Interview, in dem er  nicht nur die  Ausstellung "Venustas. Grazie und Schönheit in Pompeji" erläutert, sondern auch den Erfolg seiner Arbeit als Museumsdirektor  illustriert.  Daneben präsentiert  die Kunsthistorikerin  Susanne Delle Donne  einige archäologische  "Bonbons" von Pompeji. 


 



Erinnerung an Christo und seine  Floating Piers am Iseo-See

 

von Susanne Delle Donne

Christo, der legendäre Aktions- und Verhüllungskünstler, ist im Alter von 84 Jahren in New York gestorben. Mit seiner Ehefrau Jeanne-Claude verhüllte er nach jahrelanger Vorarbeit  u.a.  1995  den Deutschen Reichstag.  Nach dem Tod von Jeanne-Claude  legte der rastlose Christo  auch  einen gigantischen Steg aus Stoff über den lombardischen  Iseo-See.   Die schwimmenden Stege waren 16 Meter breit und gut drei Kilometer lang und verbanden das Festland mit zwei Inseln im See.  70.000 Quadratmeter Hightech-Stoff in changierendem Gelb-Orange verfremdeten   den See temporär  und luden  zu Erkundungen aus ungewöhnlicher Perspektive ein. Die Betrachter spürten  die Wellen unter den Füßen. Einen vorgegebenen Parcours gab  es nicht. Die Installation war   Tag und Nacht von allen Seiten und Punkten aus zugänglich, und ihre Begehung war  gratis.  Die schwimmenden Stege vereinten mehrere Kunstformen. Tatsächlich enthielt  es  Elemente der Skulptur, aber auch der Architektur und der Stadtplanung.  Die Stoffstege bestanden aus extrem dicht gewobenem Nylon, getragen von 20.000 miteinander verbundenen Kanistern.  Hier ist der  filmische Exklusiv-Bericht  zum sagenhaften Kunstprojekt “Foating Piers” als Hommage an einen großen Künstler.




 Raffaello di Sanzios 500. Todestag: Der Meister der Natur 

von Vincenzo Delle Donne, Rom


Schöne, unglaubliche  und absurde Legenden ranken sich um Raphaels Geburts- und Todestag. Am Karfreitag geboren zu werden, was wahrscheinlich unzutreffend und wohl Giorgio Vasaris grenzenlosem Schwärmen geschuldet ist,   und am 6. April 1520 ebenfalls an einem Karfreitag viel  zu früh zu sterben,  wurde  im „unheiligen Rom“ als Zeichen Gottes gewertet. Was Jesus für das Christentum war, sei Raphael gewissermaßen für die Renaissancekunst gewesen, so die Lesart der Zeitgenossen, die nebenher das Adjektiv „göttlich“ suggerierten.   Mit nur 37 Jahren  nach einer  15tägigen,  mysteriösen Krankheit zu sterben, die ein stetig ansteigendes  Fieber verursachte und gegen die die behandelnden Ärzte  mit wiederholtem Aderlass vorgingen,   nährte zusätzlich endlose Spekulationen. Vasari bezeichnete die Krankheit als „Liebeskrankheit“.   Es kursierten aber  viele Gerüchte über seinen Tod.  Andere Quellen sprechen  von Vergiftung. Aber von wem und warum?  Hatten Raphaels Konkurrenten wie Michelangelo vielleicht  ihre Hand im Spiel? Für diese wilden  Spekulationen  gab es nie den Hauch eines  Beweises. 




In Zeiten der Corona-Krise leidet auch die italienische Kunst erheblich. “Ulisse: l’arte e il mito”  ist eine großartige Ausstellung, die am 15. Februar im einzigartigen Museumskomplex des  ehemaligen Klosters  San Domenico von Forlì  nur für wenige Tage  eröffnet wurde.  Wegen der lebensbedrohlichen Pandemie  musste die Kunstschau nach knapp  einer Woche wieder geschlossen werden.  Dabei erzählt die einmalige Schau  anhand von 250 erlesenen Exponaten  die Wirkung von  Homers mythischem Helden Odysseus auf die Kunstgeschichte des Okzidents.   Diese  faszinierende Kunstreise, die fast 3000 Jahre dauert, droht nun,  in Vergessenheit zu geraten.  Bei der Eröffnung hatten wir das Glück, einige wichtige Stücke zu filmen. Hier ist nun der Exklusiv-Beitrag, bei dem der Kurator Fabrizio Paolucci durch die Ausstellung führt.

 






Belpaese


Italien zwischen Populismus, Rettungsschirmen  und Sardinen 

von Vincenzo Delle Donne 


Ein altes, neues Politmalheur in bella Italia.  Einen Spätsommer lang haben die Italiener politisch neuen Mut geschöpft, als die Regierung der Rechts- und Linkspopulisten am Größenwahn von Matteo Salvini zerbrach und prompt eine neue, für unmöglich gehaltene  Regierung aus 5Sterne-Bewegung und Partito Democratico das Licht der italienischen  Welt erblickte. Damals sackte der Spread, der Zinsunterschied zwischen den italienischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen auf 10 Jahre,  noch während der Regierungskrise überraschend auf ein Rekordtief von rund 160 Punkten. Plötzlich breitete sich Euphorie unter Wirtschaftskapitänen und Bankern aus ...



Biographie zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci

 

Wie wurde der uneheliche Sohn eines ländlichen Notars  zum Universalgenie der gesamten  Menschheit? 500 Jahre nach seinem Tod ist bei Leonardo  immer noch  rätselhaft: sein Aussehen,  seine Gemälde, die Wendungen seines Lebens. Auf dem Wissen der Antike aufbauend  leitete Leonardo da Vinci  die Ära des modernen Menschen  ein. Er war dabei stets ein Getriebener,  ein Rastloser, ein Suchender.    Leonardo war  dafür bekannt, Pläne nicht zu Ende zu bringen, Bilder oder Skulpturen unfertig zu belassen oder andere Desaster zu hinterlassen, weil sein Interesse plötzlich von anderen Dingen vereinnahmt wurde. Leonardo  war Maler, Architekt, Erfinder,   Homosexueller, Linkshänder, Vegetarier und Humanist.  Heute verehren wir Leonardo als Maler, der die Kunst der Renaissance revolutionierte. Doch seine fürstlichen Auftraggeber  lobten und umwarben den Forscher, den Militärstrategen und höfischen Unterhalter  in ihm, der mit seinen bahnbrechenden Entdeckungen ein neues Zeitalter einläutete und ein altes, neues Denken erfand. Dabei erhob er die „Erfahrung“ zur höchsten Maxime menschlichen Handels.  Leonardo da Vinci hinterließ eine Enzyklopädie des Wissens seiner Zeit und wagte sich in Sphären, die  bis dahin als absolute Tabus galten.

 

Vincenzo Delle Donne erzählt in seinem Buch "Avanti, avanti, Leonardo!" (Aus dem unheiligen Leben des Universalgenies aus Vinci)  spannend und erhellend Leonardos  beispiellose Karriere – wie er  zum Protagonisten  der Renaissance in Florenz   und zum Vater einer gesamten Künstlergeneration wurde.  An Leonardo maßen  sich Michelangelo und Raphael, die ihn  schließlich  künstlerisch überstrahlten. 
Die Biographie gibt es sowohl als gedruckte Ausgabe als auch als eBook. Man  kann man sie  bei Amazon kaufen bzw. bestellen. 




von Susanne Delle Donne, Venedig 

 

Sein und Zeit und ihre heutige schleichende  Apokalypse.   Die  58. Esposizione Internazionale d’ Arte di Venezia, die New Yorker  Ralph Rugoff kuratiert steht just unter dem Motto:  May You Live in Interesting Times. Mit Witz, Genuss und Schrecken, aber immer mit einer sehr politischen Message,  inszenieren die 79 Künstler der Welt Rugoffs  Vorgabe. Herausragend ist  Christoph Büchels Beitrag, der das Schiffswrack einer Flüchtlingstragödie präsentiert, auf dem über 700 Menschen 2015 das Leben verloren. Erschütternd ist auch die Rekonstruktion der Mauer von  Teresa Margolles “Muro Ciudad Juáres”, die zwischen Mexiko und des USA stand.  Dass Beton auch in Köpfen den Lauf der  Dinge nicht aufhalten kann, zeigt im deutschen Pavillon auch  Natascha Sadr Hagighian, die sich in Natascha Süder Happelmann umbenannt hat. Die Kuratorin ist Franciska Zólyom. Hier exklusiv das Video der offiziellen  Eröffnung:  

 



 


Tintoretto: Rebell und Malergenie 

von Vincenzo Delle Donne, Venedig


Tintoretto, übersetzt Färberlein, wie er  abschätzig genannt wurde,  war  ein Autodidakt und nach dem florentinischen Künstlerbiographen Vasari  “leidenschaftlich”,  “schrecklich” und  verfügte  über einen unbändigen Willen.  Sein wahrer Name war  Jacopo Robusti und er orientierte sich an Michelangelo, Raphael und Giulio Romano. Den Spitznamen  erhielt er, weil sein Vater Stofffärber in der Lagunenstadt  war. Meisterlich konnte er  in seinen Bildern mit der Perspektive und dem Licht umgehen und schaffte Werke voller Bewegung, Dramatik  und  Widerspruch.    Die  Musei Civici di Venezia  und  die  National Gallery of Art di Washington feiern  nun mit hinreißenden Ausstellungen   den   500. Geburtstag  des Künstlers, der neben  Tiziano, Giorgione  und  Veronese  nicht nur die Malerszene  in Venedig, sondern  auch die  Spätrenaissance in Italien und in Europa beeinflusste...  


58. Kunst-Biennale in Venedig: Ralph Rugoff kuratiert 

von Vincenzo Delle Donne, Venedig

Ralph Rugoff  hat  bei der Pressekonferenz im Biennale-Palazzo am Canal Grande nichts von seiner stoischen Ruhe verloren, auch wenn Biennale-Präsident Paolo Baratta ihn  schlagartig ins internationale Rampenlicht der modernen Kunstwelt  katapultiert hat.  Rugoff  redet langsam und  bedächtig, als dozierte er vor einer Klasse von Kunststudenten über die Rolle der zeitgenössischen Kunst heute. Dabei ist  der 61jährige Leiter der Londoner Hayward Gallery, der in New York geboren wurde,   ab sofort Kurator der 58.  Esposizione Internazionale d’ Arte di Venezia, die auch unter seiner Ägide 2019 den Nabel der modernen Kunstwelt darstellt.      Kunst und Zeit, Interkonnession und Erfahrung scheinen dabei die Kategorien, auf die Rugoff  programmatisch setzt.    Seine Kunstschau  in der Lagunenstadt hat den  klar filosofischen Titel May You Live in Interesting Times (Mögest du in interessanten Zeiten leben!) ... 

 

 


Hier ist der exklusive  Filmbeitrag  zu Rugoffs Vorstellung in Venedig:





16. Biennale d’ Architettura in Venedig oder: die Suche nach Freiräumen 

 von  Susanne  Delle Donne 


Die Vorgabe war von vorneherein  sehr ambitioniert: Es sollte  um das Nachdenken über freie, öffentliche und kostenlose Räume gehen, die es in der schillernden  Welt der Architektur zuhauf gebe. Herausgekommen ist ein wahrhaftiges Manifest über die Bedeutung des freien Raumes, was Biennale-Präsident Paolo Baratta sehr zu freuen scheint.      Freespace ist  folgerichtig  das  ambitionierte Motto der   16. Biennale dell’Architettura 2018 di Venezia, die diesmal   das  bekannte irische Architekten-Duo   Yvonne Farrell e Shelley McNamara kuratieren.  Die weltgrößte Architektur-Schau mutet tatsächlich auch sinnlich,  farbenfroh, kreativ und optimistisch an. Aber auch ein bisschen exaltiert.   Sie ist  fast schon eine Hymne an die vielen generösen  und  aufrüttelnden Projekte aus der ganzen Welt. Auch aber eine Metapher für eine Architektur, die das Spiel mit  Licht, Sonne, Schatten, Mond, Luft, Wind und Anziehungskraft förmlich und variantenreich  zelebriert. ... 

 

 

Janine von Thüngens Skulpturen in Palladios   Malcontenta-Villa 

von  Vincenzo Delle Donne

Janine von Thüngen lebt und arbeitet  seit nunmehr 17 Jahren an der Via Appia  in Rom. Zuvor suchte die deutsche Bildhauerin   in Antwerpen, New York, Moskau und Paris nach ihrem eigenen  Stil in der schrillen und schnelllebigen  Kunstwelt. Doch erst in der Ewigen Stadt kam ihr gewissermaßen die richtige  Eingebung. Hier  entstand nämlich  die  Idee für Bronzeplastiken, die  höchst eigenwillig gewissermaßen Zeit und Raum verbinden und überwinden. Und der Ort der  besonderen Eingebung  hätte nicht mythischer und geschichtsträchtiger sein können: die sagenumwobenen  römischen Katakomben, die durch die Christenverfolgungen zu unrühmlicher Berühmtheit gelangten. 

Rosanna Marziale: 

Die neue  Botschafterin der Küche des Südens 

von Daniele Delle Donne

Rosanna Marziale ist der neue Stern am italienischen Kochhimmel.  Eine grazile  Power-Frau, die durch ihre Exklusivität und Kreativität besticht.  Sie hat das Kochen von der Pike auf gelernt. Erst im „Le Colonne“-Restaurant der Eltern in Caserta.  Dann zog sie in die Koch-Welt hinaus.   Bei   illustren Sterneköchen wie Gianfranco Vissani und  Martin Berasategui erhielt sie dann den Feinschliff. ...

 


Art Déco: die italienische Kunst des Schönen und Vergänglichen

von Susanne Delle Donne 

Art Déco heißt die italienische Folgeströmung des  Jugendstils der Wiener Sezession. Auch sie ist ähnlich verspielt, mondän und sinnlich und hat die Kunst der Zwanziger Jahre maßgeblich geprägt. Seine Künstler gaben sich nach der dramatischen Erfahrung des Ersten Weltkrieg dem Schönen und Vergänglichen hin.  Eine sehenswerte Ausstellung in den Musei di San Domenico in Forlì zeigt hauptsächlich  die italienische Seite  dieser Kunstströmung, die nennenswerte Ableger auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Spanien  hatte. ...


 



Raphaels “Fornarina": rätselhaft schöne Bäckerstochter oder römische Edelhure?

von Gianluca Delle Donne

 

Das Rätsel um die junge Dame mit dem liebreizenden  Busen, die  Raphael  kurz vor seinem Tod malte und inspirierte, dauert nun beinahe 500 Jahre an. Ihre Identität ist unter Kunsthistorikern umstritten, aber als sicher gilt, dass sie für den Göttlichen Geliebte und zugleich  Muse war....

Hier auch ein filmischer Eindruck von einem einzigartigen Meisterwerk:

 



Kult Italia

15. Architektur-Biennale in Venedig:  auf der Suche nach neuen städtebaulichen  Impulsen 

von Susanne Delle Donne

 

 

Der martialisch anmutende Titel der 15. Architektur-Biennale „REPORTING  FROM THE FRONT“, den der chilenische Kurator und frischgebackene Pritzker-Prize-Träger Alejandro Aravena gewählt hat,   suggeriert, dass die  moderne Architektur  derzeit einen (aussichtslosen?)  Krieg kämpft - im Spannungsfeld von stetiger Urbanisierung oder Verödung  und handfesten  Kapitalinteressen. Das führt dazu, dass der überwiegende Teil der Menschheit vom Segen der modernen Architektur ausgeschlossen ist und nur „vor sich hinhausen“ kann.  In der Tat  versteht  sich diese Ausgabe der Biennale in Venedig unter der Ägide  des etwas behäbig wirkenden   Präsidenten  Paolo Baratta als  ein  Front-Bericht der besonderen Art ....

 

Juwelen einer privaten  Kunstsammlung   

 von Gianluca  Delle Donne 


 

 

Vittorio Cini war ein umtriebiger  Tausendsassa und eine  schillernde Jahrhundertfigur obendrein. Er war  Faschist, Industrieller und Kunstmäzen und stammte eigentlich aus Ferrara.  Cini  war   auch  ein  leidenschaftlicher Venedig-Liebhaber, und zwar so sehr,  dass er die Lagunenstadt  zu   seiner Wahlheimat auserkor. Im Dorsoduro kaufte er  sich einen repräsentativen  Palazzo und  lebte zeitlebens  hier - bis zu seinem späten Tod.  Cini gelang  auch das Kunststück,  vom italienischen Staat eine gesamte Insel gewährt zu bekommen: die San Giorgio-Insel mit  ihren diversen kunsthistorischen Schätzen, die er dann  gleichsam in Eigenregie restaurieren ließ.  Auf der Insel hat jetzt die renommierte Fondazione Cini, die den künstlerischen Nachlass des im Faschismus  geadelten Unternehmers,  ihren Sitz. ... 


Video zu einer einzigartigen Tiepolo-Ausstellung in der Villa Manin (Udine):

 

 

 

 

 

 

 

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