Tintoretto: Rebell und Malergenie 

von Vincenzo Delle Donne, Venedig

Tintoretto, übersetzt Färberlein, wie er  abschätzig genannt wurde,  war  ein Autodidakt und nach dem florentinischen Künstlerbiographen Vasari  “leidenschaftlich”,  “schrecklich” und  verfügte  über einen unbändigen Willen.  Sein wahrer Name war  Jacopo Robusti und er orientierte sich an Michelangelo, Raphael und Giulio Romano. Den Spitznamen  erhielt er, weil sein Vater Stofffärber in der Lagunenstadt  war. Meisterlich konnte er  in seinen Bildern mit der Perspektive und dem Licht umgehen und schaffte Werke voller Bewegung, Dramatik  und  Widerspruch.    Die  Musei Civici di Venezia  und  die  National Gallery of Art di Washington feiern  nun mit hinreißenden Ausstellungen   den   500. Geburtstag  des Künstlers, der neben  Tiziano, Giorgione  und  Veronese  nicht nur die Malerszene  in Venedig, sondern  auch die  Spätrenaissance in Italien und in Europa beeinflusste...  


Belpaese

Populismus in einem Land voller Narren

von Vincenzo Delle Donne

Es heißt, Regieren sei eine hohe  Kunst.  Doch seit auf  dem  Apennin links- und Rechtspopulisten   gemeinsam regieren,  um endlich den versprochenen Wandel umzusetzen,  muten die  demokratischen Institutionen wie Käfige voller Narren an.  Das Politikgeschäft  wird offenbar  ohne Sinn und Verstand betrieben. Der  Movimento 5 Stelle und die Lega, die als strahlende Sieger aus der Parlamentswahl  hervorgingen,  versprachen den  arg gebeutelten Wählern das blaue vom Himmel: eine  Reform des rigiden   Rentensystems; Sozialhilfe für alle, die keine  Arbeit haben,  sowie ein große Steuerreform mit einem illusorischen  Spitzensteuersatz von 15%. Jetzt, nach über 100 Regierungstagen, wollen die Regierenden die Umsetzung der Wahlversprechen. Aber woher das nötige Geld für die Reformen nehmen, wenn das Land ohnehin finanziell am Abgrund steht und die Neuverschuldung maximal 2% betragen darf?   


58. Kunst-Biennale in Venedig: Ralph Rugoff kuratiert 

von Vincenzo Delle Donne, Venedig

Ralph Rugoff  hat  bei der Pressekonferenz im Biennale-Palazzo am Canal Grande nichts von seiner stoischen Ruhe verloren, auch wenn Biennale-Präsident Paolo Baratta ihn  schlagartig ins internationale Rampenlicht der modernen Kunstwelt  katapultiert hat.  Rugoff  redet langsam und  bedächtig, als dozierte er vor einer Klasse von Kunststudenten über die Rolle der zeitgenössischen Kunst heute. Dabei ist  der 61jährige Leiter der Londoner Hayward Gallery, der in New York geboren wurde,   ab sofort Kurator der 58.  Esposizione Internazionale d’ Arte di Venezia, die auch unter seiner Ägide 2019 den Nabel der modernen Kunstwelt darstellt.      Kunst und Zeit, Interkonnession und Erfahrung scheinen dabei die Kategorien, auf die Rugoff  programmatisch setzt.    Seine Kunstschau  in der Lagunenstadt hat den  klar filosofischen Titel May You Live in Interesting Times (Mögest du in interessanten Zeiten leben!) ... 

 


Hier ist der exklusive  Filmbeitrag  zu Rugoffs Vorstellung in Venedig:





16. Biennale d’ Architettura in Venedig oder: die Suche nach Freiräumen 

 von  Susanne  Delle Donne 


Die Vorgabe war von vorneherein  sehr ambitioniert: Es sollte  um das Nachdenken über freie, öffentliche und kostenlose Räume gehen, die es in der schillernden  Welt der Architektur zuhauf gebe. Herausgekommen ist ein wahrhaftiges Manifest über die Bedeutung des freien Raumes, was Biennale-Präsident Paolo Baratta sehr zu freuen scheint.      Freespace ist  folgerichtig  das  ambitionierte Motto der   16. Biennale dell’Architettura 2018 di Venezia, die diesmal   das  bekannte irische Architekten-Duo   Yvonne Farrell e Shelley McNamara kuratieren.  Die weltgrößte Architektur-Schau mutet tatsächlich auch sinnlich,  farbenfroh, kreativ und optimistisch an. Aber auch ein bisschen exaltiert.   Sie ist  fast schon eine Hymne an die vielen generösen  und  aufrüttelnden Projekte aus der ganzen Welt. Auch aber eine Metapher für eine Architektur, die das Spiel mit  Licht, Sonne, Schatten, Mond, Luft, Wind und Anziehungskraft förmlich und variantenreich  zelebriert. ... 

 

 

Janine von Thüngens Skulpturen in Palladios   Malcontenta-Villa 

von  Vincenzo Delle Donne

Janine von Thüngen lebt und arbeitet  seit nunmehr 17 Jahren an der Via Appia  in Rom. Zuvor suchte die deutsche Bildhauerin   in Antwerpen, New York, Moskau und Paris nach ihrem eigenen  Stil in der schrillen und schnelllebigen  Kunstwelt. Doch erst in der Ewigen Stadt kam ihr gewissermaßen die richtige  Eingebung. Hier  entstand nämlich  die  Idee für Bronzeplastiken, die  höchst eigenwillig gewissermaßen Zeit und Raum verbinden und überwinden. Und der Ort der  besonderen Eingebung  hätte nicht mythischer und geschichtsträchtiger sein können: die sagenumwobenen  römischen Katakomben, die durch die Christenverfolgungen zu unrühmlicher Berühmtheit gelangten. 



 


Rosanna Marziale: 

Die neue  Botschafterin der Küche des Südens 

von Daniele Delle Donne

Rosanna Marziale ist der neue Stern am italienischen Kochhimmel.  Eine grazile  Power-Frau, die durch ihre Exklusivität und Kreativität besticht.  Sie hat das Kochen von der Pike auf gelernt. Erst im „Le Colonne“-Restaurant der Eltern in Caserta.  Dann zog sie in die Koch-Welt hinaus.   Bei   illustren Sterneköchen wie Gianfranco Vissani und  Martin Berasategui erhielt sie dann den Feinschliff. ...

 


Art Déco: die italienische Kunst des Schönen und Vergänglichen

von Susanne Delle Donne 

Art Déco heißt die italienische Folgeströmung des  Jugendstils der Wiener Sezession. Auch sie ist ähnlich verspielt, mondän und sinnlich und hat die Kunst der Zwanziger Jahre maßgeblich geprägt. Seine Künstler gaben sich nach der dramatischen Erfahrung des Ersten Weltkrieg dem Schönen und Vergänglichen hin.  Eine sehenswerte Ausstellung in den Musei di San Domenico in Forlì zeigt hauptsächlich  die italienische Seite  dieser Kunstströmung, die nennenswerte Ableger auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Spanien  hatte. ...


 



Raphaels “Fornarina": rätselhaft schöne Bäckerstochter oder römische Edelhure?

von Gianluca Delle Donne

 

Das Rätsel um die junge Dame mit dem liebreizenden  Busen, die  Raphael  kurz vor seinem Tod malte und inspirierte, dauert nun beinahe 500 Jahre an. Ihre Identität ist unter Kunsthistorikern umstritten, aber als sicher gilt, dass sie für den Göttlichen Geliebte und zugleich  Muse war....

Hier auch ein filmischer Eindruck von einem einzigartigen Meisterwerk:

 




Mit Christo übers Wassers des Lago d'Iseo

 


von Susanne Delle Donne

Der Künstler Christo hat  einen gigantischen Steg aus Stoff über den lombardischen  Iseo-See gelegt, und  Kunstinteressierte  können das Gefühl nachempfinden,  übers Wasser zu wandeln. Die schwimmenden Stege sind 16 Meter breit und gut drei Kilometer lang und verbinden das Festland mit zwei Inseln im See.  70.000 Quadratmeter Hightech-Stoff in changierendem Gelb-Orange verfremden  den See temporär  und laden zu Erkundungen aus ungewöhnlicher Perspektive ein. Die Betrachter spüren  die Wellen unter den Füßen. Einen vorgegebenen Parcours gibt  es nicht. Die Installation ist  Tag und Nacht von allen Seiten und Punkten aus zugänglich, und ihre Begehung ist  gratis.  Die schwimmenden Stege vereinen mehrere Kunstformen. Tatsächlich enthält es  Elemente der Skulptur, aber auch der Architektur und der Stadtplanung.  Die Stoffstege bestehen aus extrem dicht gewobenem Nylon, getragen von 20.000 miteinander verbundenen Kanistern.  Möglich war das 15-Millionen-Euro-Projekt nur durch die Hilfe von Freiwilligen. Hier ist der  filmische Exklusiv-Bericht vom Kunsthighlight des Jahres.


 

 

 

Kult Italia

15. Architektur-Biennale in Venedig:  auf der Suche nach neuen städtebaulichen  Impulsen 

von Susanne Delle Donne

 

 

Der martialisch anmutende Titel der 15. Architektur-Biennale „REPORTING  FROM THE FRONT“, den der chilenische Kurator und frischgebackene Pritzker-Prize-Träger Alejandro Aravena gewählt hat,   suggeriert, dass die  moderne Architektur  derzeit einen (aussichtslosen?)  Krieg kämpft - im Spannungsfeld von stetiger Urbanisierung oder Verödung  und handfesten  Kapitalinteressen. Das führt dazu, dass der überwiegende Teil der Menschheit vom Segen der modernen Architektur ausgeschlossen ist und nur „vor sich hinhausen“ kann.  In der Tat  versteht  sich diese Ausgabe der Biennale in Venedig unter der Ägide  des etwas behäbig wirkenden   Präsidenten  Paolo Baratta als  ein  Front-Bericht der besonderen Art ....

 

Juwelen einer privaten  Kunstsammlung   

 


von Gianluca  Delle Donne 


 

 

Vittorio Cini war ein umtriebiger  Tausendsassa und eine  schillernde Jahrhundertfigur obendrein. Er war  Faschist, Industrieller und Kunstmäzen und stammte eigentlich aus Ferrara.  Cini  war   auch  ein  leidenschaftlicher Venedig-Liebhaber, und zwar so sehr,  dass er die Lagunenstadt  zu   seiner Wahlheimat auserkor. Im Dorsoduro kaufte er  sich einen repräsentativen  Palazzo und  lebte zeitlebens  hier - bis zu seinem späten Tod.  Cini gelang  auch das Kunststück,  vom italienischen Staat eine gesamte Insel gewährt zu bekommen: die San Giorgio-Insel mit  ihren diversen kunsthistorischen Schätzen, die er dann  gleichsam in Eigenregie restaurieren ließ.  Auf der Insel hat jetzt die renommierte Fondazione Cini, die den künstlerischen Nachlass des im Faschismus  geadelten Unternehmers,  ihren Sitz. ... 

Video zu einer einzigartigen Tiepolo-Ausstellung in der Villa Manin (Udine):

 

 

 

 

 

 

 

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