Giambattista Tiepolo: Wo alles begann



von Gianluca Delle Donne 


Giovanni Battista Tiepolo  (1696 - 1770) war  ein  famoser  venezianischen Malerfürst  zwischen dem Barock und dem Rokoko,  als die einst so  strahlende Seerepublik  kurz vor dem Untergang stand.   Und  wie kaum ein anderer  liebte er es, theatralisch Heldenepen, Historien, Opernszenen, Götterfesten und auch Altäre darzustellen. Seine unverwechselbare Handschrift: Er bereicherte die Motive mit  einer Vielzahl von Putten  und Amoretten. 

An die  Malkunst wurde   Tiepolo zunächst von  seinem Onkel herangeführt, doch   erst sein Lehrer Gregorio Lazzarini  entzündete seine Passion und brachte ihm die Finessen der Kunst bei, weshalb er  schon bald  seine eigene Malwerkstatt in Venedig eröffnete.  Sein erstes großes Meisterwerk  gelang ihm  jedoch in Udine, wo ihn der Patriarch Daniele Delfin mit der Ausschmückung des Bischofspalastes beauftragte.  Gerade diese Freskenarbeiten machten  ihn  schlagartig über die Grenzen Venedigs und Italiens bekannt - auch in Deutschland.  Damit avancierte  Giovanni Battista Tiepolo zum  bedeutendsten italienischen Maler seiner Zeit.  Die Arbeiten in der Würzburger Residenz gelten dabei als Hauptwerk Tiepolos.   Im Treppenhaus zeigen die Fresken die vier Erdteile. Im Kaisersaal bildet er  die Hochzeit von Friedrich Barbarossa  und  Beatrix von Burgund, sowie die Belehnung des Fürstbischofs  mit den Rechten eines Reichsfürsten ab. Insgesamt bilden die Würzburger Fresken ein sagenhaftes erdumspannendes Staatsgemälde.

Tiepolos Gesamtwerk, der sich  immer auf einem schmalen Grat zwischen Sakralem und Profanem bewegt,    lässt sich in fünf Schaffensphasen unterteilen. Die erste umfasst das Schaffen  in Venedig und Udine.  Es folgten  die erste Reifezeit  in Bergamo, Mailand   und anderen Städten. In der  dritten  Phase, die als    klassischen Blüte  bezeichnet  wird,   schuf er die Werke in Würzburg, am Palazzo Labia in Venedig und der Villa Valmarana ai nani bei Vicenza.     Die letzten zwei Phasen  umfassen hingegen  die Alterswerke  in Venedig und in Madrid, wo er  schließlich  auch starb. 

     

Tiepolo verwendete bis her noch nie dagewesene Farbnuancen, mit denen er überdimensionale Räume plastisch machte. Außergewöhnlich war auch seine Technik der Perspektive, die er mit hellen und chromatischen Tupfer erreichte.

Il Rinascimento in Arezzo 


 

Der Quattrocento und der Cinquecento, das 15. und 16. Jahrhundert waren für die toskanische  Kunst Ausnahmejahrhunderte, in denen einzigartige Meisterwerke geschaffen wurden. Wenn von der italienischen Renaissance und dem “goldenen Quattrocento und Cinquecento” die Rede ist, dann konzentriert sich allerdings das Augenmerk hauptsächlich auf Florenz. Anderen Städten wie das nahe Arezzo wird kunsthistorisch eher eine Statistenrolle zugewiesen. Zu Unrecht. Dem Wirken der Renaissance-Künstler aus Arezzo und Umgebung werden  nun interessante Bücher  gewidmet, die die Rolle von Künstlern wie Beato Angelico, Piero della Francesca, Bartolomeo della Gatta, Luca Signorelli, Donatello, Neri di Bicci, Michele da Firenze, Andrea della Robbia, Sansovino, Filippo Lippi ins rechte Licht rücken.  

Zu sehen sind die Werke vielfach in den Kirchen und Kappellen, für die sie einst geschaffen wurden, und zwar neben dem Museo Nazionale di Arezzo, in der Fraternità dei Laici, dem Museo Diocesano, der Chiesa di San Francesco. An der Val di Chiana sind dann die weiteren Ausstellungsorte wie das Museo della Pieve di S. Giuliano und die Pinacoteca Comunale, in Lucignano das Museo Comunale und in Cortona sind dann die Accademia Etrusca und das Museo Diocesano.