Italien aktuell
Kunst, Kultur und Aktuelles

Generalstäbe der Fehlplanung? 


von Vincenzo  Delle Donne



Die römische Villa Pamphili ist gegenwärtig  Schauplatz und Schaubühne  der stati generali des Landes, die sich hier generalstabsmäßig trafen und treffen.  Im prachtvollen Barockanwesen inmitten Roms kamen in  dieser Woche die Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, um zu beraten.  Immer wenn es diffizil wird, kommt man hier zusammen.  Denn das Anwesen inmitten der "grünen Lunge" der Ewigen Stadt  wirkt offenbar inspirierend.  

Was war der Gegenstand der Treffen? Geld natürlich und  in erster Linie wie  man die rund 173  EU-Milliarden zum Wiederaufbau verwenden sollte, die demnächst aus Brüssel nach Rom überwiesen werden. Die Regierung aus Movimento 5Stelle, Partito Democratico und Italia Viva  trat dabei übrigens relativ geschlossen auf. Die Betonung liegt auf Relativ! Denn für die obligatorische Portion Missstimmung sorgte wieder einmal  Matteo Renzi, der Anführer der Splitterpartei Italia Viva, lebendiges Italien.  Der “Mister Bean der italienischen Politik”, wie der ex-Premier  von Gegnern  verspottet wird, wies wieder einmal  auf  seine Rolle als  Königsmacher hin. Seine Partei, so Renzi,  werde so lange die Conte-Regierung unterstützen, so lange sie den vereinbarten Worten politische  Taten folgen ließe. 



 




Geredet wurde  in der einstigen  römischen Luxusresidenz einer angesehenen Adelsfamilie auch darüber, dass man mit den Wiederaufbaugeldern die maroden infrastrutture auf Vordermann bringen sollte: Brücken und Straßen in erster Linie. In diesem Zusammenhang wurde hitzig  über  ein babylonisches Vorhaben debattiert, das von den politisch Verantwortlichen immer  dann aus der Schublade geholt wird, wenn das Wahlvolk von der miserablen innenpolitischen Lage abgelenkt werden soll. 


Seit nahezu einem Jahrhundert nach einem eingespielten  Muster.   Die Rede ist vom Bau der Brücke über die Meerenge von Messina.  Eigentlich ein vermeintliches gigantisches Milliardengrab. Zumal der Baugrund zwischen Kalabrien und Sizilien hochgradig erdbebengefährdet ist.